Anette Heiter Justiz - Musik  & Comedy 
 


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Das sagte die Presse zur Premiere von "HEITER WEITER": (Quelle: https://echtstuttgart.de/wenn-sex-auf-der-motorhaube-vor-gericht-landet-zeigt-anette-heiter-ihre-ganze-klasse/)

"PREMIERE IM STUTTGARER THEATERHAUS

WENN SEX AUF DER MOTORHAUBE VOR GERICHT LANDET, ZEIGT ANETTE HEITER IHRE GANZE KLASSE
31. MAI 2026
Sex auf der Motorhaube eines fremden Mercedes, eine Apple Watch mit Tücken und ein musikalischer Abgesang auf eine Dame, die ihr „ganz und gar zuwider“ ist: Mit ihrem Solo-Programm „Heiter weiter!“ feiert Anette Heiter im Theaterhaus eine umjubelte Premiere – klug, pointiert und urkomisch.
Anette Heiter bei ihrer Premiere im Theaterhaus. Foto: Klaus Schnaidt
Neun Minuten. Eine Überwachungskamera hat neun heiße  Minuten dokumentiert. Viel mehr brauchte ein Liebespaar in einem Kölner Parkhaus nicht, um einen Mercedes um mehrere Tausend Euro zu beschädigen. Dellen auf der Motorhaube, Kratzer, Schäden an Spiegel und Blinker.
Der Besitzer verlangte daraufhin Schadenersatz vom Parkhausbetreiber für die Beschädigungen durch Sex. Aufgrund der Videoüberwachung hätte die Firma dagegen vorgehen müssen. Was daraus wurde, erzählt die Kabarettistin und langjährige  Richterin Anette Heiter bei der Premiere ihres neuen Solo-Programms „Heiter weiter!“ im Theaterhaus detailreich – und zeigt damit ihre ganze S-Klasse.
S wie stark!
Wie lautet das Urteil des Gerichts in Sachen Sex auf der Motorhaube?
Mit sichtlichem Vergnügen seziert sie den kuriosen Fall, spielt die juristischen Argumente durch und baut Spannung auf. Schließlich richtet sie die entscheidende Frage ans Publikum: „Wie hat das Gericht wohl entschieden?“ Die Antworten fallen unterschiedlich aus. Die Auflösung ist unerquicklich für den Mercedes-Besitzer, dafür umso vergnüglicher für die Zuschauer: Er bekam keinen Cent. Der Parkhausbetreiber haftete nicht. Aus einer trockenen Gerichtsentscheidung macht Heiter großes Kabarett.
Damit ist der Ton des Abends gesetzt. Die Stuttgarter Kabarettistin, eine stolze Vertreterin der Boomer-Generation, beobachtet genau, erzählt klug und mit viel Ironie von den Absurditäten des Alltags. Ihre langjährige Erfahrung als Richterin liefert ihr dabei einen schier unerschöpflichen Fundus an Geschichten. „Keine Akte, die ich jemals aufgeschlagen habe, war langweilig“, hatte sie  kürzlich im Interview mit EchtStuttgart erzählt. „Hinter jedem Rechtsfall steckt eine menschliche Geschichte.“ Genau diese Geschichten interessieren sie bis heute weit mehr als juristische Paragrafen.
Anette Heiter auch am Kontrabass sehr stark. Foto: Klaus Schnaidt
Doch „Heiter weiter!“ ist weit mehr als eine Sammlung kurioser Gerichtsfälle. Die Kabarettistin erzählt ebenso offen und selbstironisch aus ihrem eigenen Leben – als Frau, die sich als Boomerin  tapfer durch die Tücken der modernen Digiitalwelt kämpft.
Besonders gelungen ist ihre Geschichte vom Kauf einer Apple Watch im Apple-Store in Sindelfingen. Was zunächst nach einem harmlosen Technik-Upgrade klingt, entwickelt sich zu einem Kampf gegen digitale Überforderung, automatische Benachrichtigungen und allzu fürsorgliche Gesundheitsprogramme. Irgendwann meldet sich sogar der Chatbot ihrer Krankenkasse und beschwert sich über ihre mangelnde Bewegung. Natürlich ist das übertrieben – noch. Aber genau darin liegt der Witz: Die Zukunft, die Heiter zeichnet, erscheint erschreckend plausibel.
Gibt es zu viele Liebeslieder auf dieser Welt?
Zu den Höhepunkten des Abends gehören auch die musikalischen Nummern. Liebeslieder gibt es viele auf dieser Welt – Anette Heiter dreht das Genre kurzerhand um. Mit sichtlichem Vergnügen widmet sie einer Bekannten, die sie partout nicht leiden kann, ein Anti-Liebeslied: „Du bist  mir ganz und gar zuwider, ich sag es immer wieder, ich hab es satt, drum hau jetzt bloß ab.“ Das Publikum stimmt voll mit ein – denn jede und jeder kennt so eine Person.

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„Heiter ist mein Grundgefühl im Leben“, sagte sie im Gespräch mit EchtStuttgart. „Man kann sich ja eigentlich den ganzen Tag über alles Mögliche ärgern – aber man ist keineswegs dazu verpflichtet.“ Diese Haltung prägt den gesamten Abend. Statt über die Zumutungen des Älterwerdens, der Technik oder des Alltags zu lamentieren, begegnet sie ihnen mit Gelassenheit und Humor.
Das Publikum dankt es ihr mit viel Applaus. Immer wieder erkennt sich das Publikum in ihren  Geschichten wieder.  Ob  Friseurbesuche, digitale Hilfsmittel oder juristische Absurditäten – fast jeder denkt irgendwann: Genau so könnte es mir auch gehen.
Die Dramaturgie ist präzise gebaut
Dabei stimmt an diesem Abend nicht nur der Inhalt, sondern auch die Form. Die Dramaturgie ist präzise gebaut, keine Geschichte ist zu lang, jede Pointe sitzt. Die Worte kommen auf den Punkt. Immer wieder lockert Heiter das Programm musikalisch auf, begleitet sich selbst auf der Ukulele, mit dem Kontrabass und der Trompete. Die Musik fügt sich organisch in den Abend ein und verleiht den Geschichten zusätzliche Leichtigkeit.
Und sie spielt auch Trompete. Foto: Klaus Schnaidt
Dass alles so rund wirkt, überrascht nicht. Regie führte der bekannte Kabarettist Klaus Birk, der die Künstlerin nach eigenen Angaben auch dazu ermutigte, ihren programmatischen Nachnamen zum Titel des Abends zu machen. Seine Handschrift ist deutlich erkennbar: Das Programm besitzt Tempo, Rhythmus und einen klaren Spannungsbogen.
Sie findet Komik dort, wo andere nur Alltagsroutine sehen
Vor allem aber lebt „Heiter weiter!“ von seiner Hauptfigur. Anette Heiter steht mit großer Bühnenpräsenz, kluger Selbstironie und viel Menschenkenntnis auf der Bühne. Sie erzählt Geschichten aus dem Leben, ohne belehrend zu sein, und findet Komik dort, wo andere nur Alltagsroutine sehen.
Das Theaterhaus-Publikum feiert die Premiere mit langem Applaus, bekommt den Ohrwurm  „Du bist mir ganz und gar zuwider“ kaum noch aus dem Kopf – wobei die Protagonistin natürlich ganz und gar nicht gemeint ist.  Stuttgart darf sich freuen, wenn sie auch künftig ganz im Sinne ihres Programmtitels weitermacht – heiter weiter. Und manch einer im Publikum im Boomer-Alter mag sich denken: Sex auf der Motorhaube ist vielleicht doch ein wenig zu wild für uns, aber darüber reden wir noch gern."


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